Monatsarchive: März 2014

Alex Höschen (2009-2010) Zu Mittag gibts Leberkassemmeln! Veröffentlicht unter Standard

Liebe Zukzivis,ein Morgen im Moor

als Exzivis wissen wir, welch große Freude beim Lesen eines Blogeintrages  längst vergangener Zivizeiten ensteht. Damit dieser großartige Spaß euch und uns nicht flöten geht, und auch ihr in Zukunft einmal die Gelegenheit habt, euren Familien und Freunden mit Bildern gespickte Blogeinträge präsentieren zu können, möchten wir euch zum Blogschreiben ermuntern.
Genießt noch den Rest eures Jahres, seid fleißig, macht Quatsch, und erzählt uns von euren Erlebnissen. (nur Obacht, man munkelt auch gewisse Padres kennen diesen Blog)

Nun aber zum Blog.

Die Situation ist wie früher. Der altbekannte Raum, die bequemen grünen Stühle, das Oval des Tisches, es ist soweit. Pünktlich um 8:30 Uhr sitzen wir im Konferenzraum. Erwartungsvoll blicken wir dem Plan der kommenden Woche entgegen. Wir haben uns eingefunden zum Ferienjob, hoffen auf gute Arbeitsaufträge. Doch neben den bereits eingetroffenen aktuellen Zivis und uns zwei Ferienjobbern fehlt noch der Dritte im Bunde.
Wir hatten es erwartet und so sollte es auch kommen. Es ist kaum zu glauben, aber anscheinend liegt Antdorf mit dem Fahrrad doch noch weiter ab vom Schuss, als erwartet.
Mit hochrotem Kopf und kräftig pumpend stürmt Andi daher zehn Minuten später in den Saal. Das missbilligende Kopfschütteln des Chefs weicht schnell einem verschmitzen Grinsen; es ist wohl wahrlich nicht das erste Mal, dass so etwas geschieht.
Nachdem der Wochenplan der Aktuellen besprochen ist, liegt nun die Aufmerksamkeit auf uns. Leicht unruhig rutscht einer in seinem Stuhl herum, Motorsägen, ja das soll es sein!

Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung wird uns der Plan für die Woche präsentiert. Zwei Eulenkästen, ein Milanhorst und ein zu niedriger Wasserstand im Kiebitzbiotop stehen auf dem Programm.

Im Moor wurde die seltene Waldohreule gesichtet. Wir sollen ihr ein behagliches Heim bauen, in Sichtweite des Fuchsbichls. Ein Detail sorgt für große Freude. Es sei eine schmale Schneise in den Waldrand zu schlagen, um eine perfekte Sicht auf den Eulenkasten zu gewährleisten. Die Hoffnung soll sich also bewahrheiten. Schleift die Säge!

Bevor wir uns in die Schlacht stürzen können, erwartet uns zunächst allerdings der Kampf mit der Bürokratie. Wir müssen gemeldet und versichert werden, ein Pritschenschlüssel ist vonnöten und auch mancher Mitarbeiterin ist ein artiger Gruß zu entrichten.

Dann aber kann es losgehen. Trotz einem noch schlimmeren Chaos in der Werkstatt als sonst (Offizielle haben die Werkstatt bei einer Inspektion für gemeingefährlich eingestuft?!; eine Überholung und Renovierung der Werkstatt ist im Gange), gelingt es uns dank jahrelanger Erfahrung die nötigen Werkzeuge in Rekordzeit auszumachen und aufzuladen. Mit dem markigen Motorsound der nunmehr fast 19jährigen Pritsche brausen wir los ins Moor.

Nachdem wir einen undichten Damm nahe des Kiebitzbiotops ausgemacht haben, fahren wir weiter zum ersten Einsatzort. Dort legen wir eilig die Köpfe ab, und die Schnittschutzhosen an. Ehe man sich versieht, liegen plötzlich alle rotmarkierten Bäume und einige derer mehr gefällt am Boden. Freudenstrahlend geniessen wir den Duft von Benzin und Kettenöl. Als wir nach einiger Zeit aSchneise vorher nachherus dem Fällrausch wieder zu Verstand kommen, schnappen wir uns das mitgebrachte Markierspray und vertuschen unseren Übermut.

Danach greifen wir zum mitgebrachten Klemmbrett und tüfteln die idealen Maße für die Eulenkästen aus. Konstruktionsweisen werden diskutiert, das Kopfrechnen bereitet uns Kopfzerbrechen, doch schließlich fahren wir mit dem Elektrokarren gen Tölz. Ganz ohne Nachschub für den innerkörperlichen Verbrennungsmotor wills aber auch nicht funktionieren, daher werden kurzerhand einige Leberkassemmel gekauft. Fröhlich mampfend gehts dann aber weiter zu einem etwas verwirrten BayWa-Verkäufer. Der sägt uns die einzeln in Plastikfolie verpackten Fichtenbretter (welch Verschwendung!) in die entsprechenden Maße.

Zurück in der chaotischen Ziviwerkstatt angekommen, fangen wir mit dem Bau des ersten Kastens an. Auch am nächsten Morgen geht es so weiter, allerdings ziehen wir diesmal den sonnigen Innenhof der chaotischen Werkstatt vor.Silikon dichtet alle Löcher!

Die Kästen sind fertig gestellt, nun müssen nur noch die Einfluglöcher gesägt, die Dächer montiert und ein Marderschutz entworfen werden.
Wir hoffen übrigens stark, dass Eulen richtig schlecht riechen. Nicht aus Bosheit, nein! Tatsächlich aber haben wir eine Dachpappe gekauft, die so abscheulich stinkt, dass wir völlig benommen und von Kopfschmerzen geplagt waren. Aber immerhin ist sie Asbestfrei!

Bei der anschließenden Inspektion der Kästen ist das Kopfschütteln des Chefs für den Tag eigentlich schon Lohn genug. Wir konnten es uns nämlich nicht verkneifen, die Einfluglöcher herzförmig auszusägen. Deshalb hängen im Benediktbeurer Moor nun zwei Plumpsklos auf 8m Höhe; wir hatten Spaß und den Eulen wirds wohl hoffentlich wurscht sein.

Eine kleine Anekdote von zwischendurch: Abenteuerlust verleitete unsInto the wild, abseits der Wege mit all unserem Werkzeug bewaffnet durchs Moor vom 48er Stadl (beim 55er Stadl rechts rein) zum Loisachstadl zu stapfen. Dass das ne blöde Idee war, wurde uns spätestens am Anblick des gewaltigen Moorsees klar, der uns den Weg versperrte. Aber was ein echter Exzivi ist, der findet einen anderen Weg. Kurzerhand nutzten wir die Leiter als Brücke über ein etwas schmaleres Gewässer und bahnten uns so den Weg durch Der Zug endet hierdas Unterholz. Während dieser ganzen Episode waren wir völlig ekstatisch und fühlten uns wie eine Mischung aus Roald Amundsen und dem Amerikaner mit dem kleinen Schritt.

Am Mittwoch bauen wir dann aus Baustahlgewebe, Maschendrahtzaun, Unmengen an Weidenruten, Hackschnitzeln und abgerupftem Moos einen Luxusmilanhorst. Wir hätten echt nicht gedacht, dass wir jemals einen Korb flechten würden, aber  das Leben geht ja manchmal merkwürdige Wege. Ausserdem bittet uns die liebe Frau Ehrl nach dem herrlichen allmorgendlichen Frühstück am Büffet im Mittelrisalit um ein paar Oachkatzerl zur Dekoration.

Während wir also an dem Milankorb im E-Biotop flechtenWenn der Barfusspfad zur Ressource wird, sammeln wir auch Oachkatzerl. Wir können es uns nicht erklären, aber irgendwoher kommt bei solchen Aufträgen immer der Lausbub in einem heraus. Da wir natürlich das Frühstück bei den Servicedamen sehr schätzen, können wir den Auftrag nicht falsch ausführen. Aber übertreiben, dass geht immer!
Also kommen wir am Abend mit einem mannshohen Strauß zurück ins Zuk, und müssen uns das allzu breite Grinsen verkneifen, als Frau Ehrl sich mit dem Strauß abmüht. Aber ihre Mimik zeigt, ihre Freude ist ehrlich!

Den restlichen Mittwoch verbrachten wir hauptsächlich sitzend. Wer jetzt an Faulenzen denkt, der irrt! Es gestaltete sich so, dass Michl einen Großteil der Zeit hochArbeitsverteilung, im Baum die Arbeit, am Boden die Verantwortung. im Baum saß, und den Horst anbrachte. Wir anderen zwei sorgten uns derweil um die Sicherung Michls, und trugen die Verantwortung. Auch das ließ sich wunderbar im Sitzen erledigen. Zwischendrin sind wir natürlich auch mal aufgestanden, beispielsweise wenn die Limo leer war, oder Michl doch mal zusätzliches Werkzeug auf dem Baum brauchte.

Dann war es Donnerstag. Seit einiger Zeit ist ein signifikanter Rückgang des Wasserstandes im Kiebitzbiotop feststellbar. Wie schon am Montag gingen wir noch einmal alle Ufer der Zuleitungsgräben ab, auf der Suche nach Spuren der hunsgemeinen Bisamratte. Es ist ja schon eine bemerkenswerte Ungleichbehandlung, die im Benediktbeurer Moor vorgenommen wird. Während der Biber schalten und walten darf wie er will, ist die Bisamratte mit ihren entwässernden Grabungen ein absolut unbeliebter Gast.

Doch zurück zum Donnerstag. Zunächst gibts Frühsport: eine Rohrkolbensamenschlacht. Mal gewinnt man (Michl),Die Kontrahenten mal verliert der Andere (Andi). Nun gut aufgewärmt wird damit begonnen, an der Stelle eines undicht gewordenen alten Damms, einen neuen, viel mächtigeren zu bauen.

Mitten im Dammbau tritt plötzlich ein altbekanntes Phänomen auf; die angekündigten Nut- und Federbretter sind nicht vorhanden. Geschwind setzen wir daher alle Hebel und Kontakte in Bewegung. So gelingt es uns kurzerhand, mit einer übervoll beladenen Pritsche Alles vorschriftsmäßig gesichert - wir sind ja keine Zivis mehr!von einem Holzhändler in Großweil heimzukehren. Aus Gründen der Langlebigkeit haben wir uns dabei für besonders fein gehobelte Bretter entschieden. (die Wahrheit: es gab keine anderen) Wir hoffen inständig, dass die geliebten Wiesenbrüter diese Aufmerksamkeit zu schätzen wissen, und manch ein Ornithologe ein ganz besonderes Beobachtungserlebnis in unserem schönen Moor haben wird.

Da unsere verweichlichten Studentenhände die harte Ziviarbeit schon lange nicht mehr gewohnt sind, bleibt uns am Freitag nichts anderes übrig, als mit teilweise schwerem Muskelkater weiter am Damm zu bauen. Unaufhörlich ist das Hämmern des schweren Kunststoffhammers westlich von Benediktbeuern zu vernehmen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten ist es uns letztlich gelungen, einen schnurgeraden, geradezu beeindruckenden Damm für die Ewigkeit in den Boden zu rammen.Auf zu neuen Taten

Als wir genügend obligatorische Gewinnerfotos geschossen hatten, ging es dann zum Ausklang noch in die Remise ein paar Lusthölzer spalten. Und dann war sie auch schon rum, unsere abenteuerreiche Ferienjobwoche. Wir blicken nun zurück auf eine wunderschöne Zeit mit viel Arbeit unter freiem Himmel; die Faszination für die Pritsche ist neu entflammt, die Lust am Motorsägen ungebrochen und wir können es nun kaum erwarten, dass es wieder zum großen Exzivitreffen nach Benediktbeuern geht!

Beste Grüße

von

Andi, Michl und Alex!

8 Kommentare
Franz W. (2001-2002) Vogelbeobachtung und ornitho.de Veröffentlicht unter Standard
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Hallo zusammen!

Am Dienstag den 18. Februar war ein netter Vortrag in unserem ZUK im TG3. Vor rund 50 Gästen gliederte sich ein Vortrag von Thomas Guggemoos in zwei Teile. Teil eins war eine Präsentation von einheimischen Vögeln, welche unsere Gäste am Futterhaus sind, wenn die örtlichen Gegebenheiten passend sind und das richtige Futter „serviert“ wird. Im zweiten Teil des Vortrages wurde die Onlineplattform www.ornitho.de vorgestellt.

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Ornitho Gebietsbetreuer Thomas Guggemoos bei seinem Vortrag im ZUK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dieser Seite kann man sich registrieren und eigene Meldungen zur Avifauna in die Datenbank einpflegen. Ab einer gewissen Anzahl von Meldungen hat man selbst die Möglichkeit, Datenbankauswertungen vorzunehmen und sich z.B. Verbreitungsgebiete in Abhängikeit von der Zeit anzeigen zu lassen. Auch Abfragen nach Ort, Zeit und Art sind möglich. Inzwischen gibt es schon mehrere tausend Melder und es wäre schön, wenn sich weitere, fachlich bewanderte, Begeisterte finden würden um die Datenbank weiter zu füttern.

Übrigens: Auch unsere Vogelbeobachtungsstation Moosmühle ist aufgeführt und kann zur Auswertung und Eingabe angewählt werden. Somit könnt ihr praktisch von jedem Ort der Welt herausfinden, wie es um unserem geliebten Eisvogel steht oder wie oft sich der Sperber sehen lässt. Thomas, vielen Dank für einen sehr informativen Abend!

alpenbirkenzeisig_m_carduelis_cabaret_rsÜbrigens haben wir zur Zeit an der Moosmühle unten einen sehr seltenen Gast den ich auch schon erwischt habe: Den Alpen-Birkenzeisig (Carduelis Cabaret). Wie der gute Kerl aussieht seht Ihr hier (obig) auf einem Foto von Rudolf Schmidt, der mal wieder so nett war und uns eines seiner schönen Fotos zur Verfügung gestellt hat -vielen Dank Rudolf!

Ein Filmstar ist der Gute inzwischen auch schon:

Und zu guter Letzt möchte ich nochmal auf unseren Eisvogel hinweisen, einen netten und sicherlich schon sehr bekannten Film findet Ihr hier:

Auf bald, Euer Moosmühlen-Fan Franz

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